AManita muscaria

Amanita

Wir raten davon ab in der freien Wildbahn einfach Fliegenpilz zu essen. Fliegenpilze können untereinander von der Potenz bis zu 200% varieren.

AMANITA

Der Fliegenpilz ist einer der bekanntesten und populärsten Pilze. Obwohl es sich um eine Giftpilz handelt, gilt er als Synonym für das Glück schlechthin.
Fakt ist, dass es sich beim Fliegenpilz um eines der ältesten bewusstseinsverändernden Mittel der Menschheit handelt. Der Fliegenpilz wurde in vielen alten Kulturen als euphorisierender und stimulierender Rausch- und Zauberpilz genutzt und verehrt, denn er begleitete Schamanen bei ihren Seelenreisen zu Geistern und Göttern und half bei der Suche nach Verlorengegangenem und der Erforschung der Zukunft. Doch er kann mehr!
Als Heilmittel eingesetzt, hilft er u.a. bei Schmerzzuständen, Drüsenschwäche, nervösen Leiden, Erschöpfungszuständen, Suchterkrankungen (besonders Sucht nach Schokolade oder Kaffee) und Schwindel.
Der Fliegenpilz regt das parasympathishe Nervensystem an. Der gigantische Input, dem die Menschen unserer Zeit ausgesetzt sind, führt häufig dazu, dass das sympathische Nervensystem auf Hochtouren läuft. Man ist ständig auf der Flucht, ist gehetzt, kommt kaum noch zu Ruhe. Wie gut, dass es den Fliegenpilz gibt, denn er vermag das „Ruhe-Nervensysthem“ zu stärken. Was für ein Glück!

Synonyme:
  • Fliegenblätterpilz, Fliegenschwamm, Fliegenteufel, Krötenpilz, Krötenstuhl, Narrenschwamm, Roter Fliegenpilz
  • Agaricus muscarius, Amanita formosa, Amanita mexicana
Pilzfamilie:
  • Wulstlingsverwandte (Amanitaceae)
Bezeichnung des Arzneimittels:
  • Amanita Muscaria / Fungus muscarius (Fliegenpilz-Fruchtkörper)
Anwendungsgebiete:
  • Drüsenschwäche*
  • Erschöpfungszustände, körperlich-geistige*
  • Epilepsie*
  • Pfeifferschen Drüsenfieber³
  • Schmerzzustände*
  • Schwindel*
  • Störungen der Nerven- und Gehirnfunktionen*
  • Nervenschmerzen*
  • Übererregbarkeit, nervöse*
Wirkungen:
  • Auditive Wahrnehmung wird erhöht, verfeinert und variirt
  • Sekretion von Gallen- und Pankreassaft sowie aller echten Drüsen wird erhöht¹
  • Starke parasympatholytische Erregung mit wellenartigem Wechseln von Schlaf und Wachen, Illusionen, Halluzinationen und Delirien²
  • Stimmungsveränderung: heiter und vergnügt, gelegentlich eher schwermütig und traurig, also „von himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt“²
  • Tiefer und langer Schlaf
  • Starke Träume

¹ Effekt geht auf Muscarin zurück. Es wirkt als Parasympathikomimetikum auf die sekretorischen und motorischen Endfasern der cholinergen vegetativen Nerven.
² Wirkung geht u.a. auf Muskimol, Ibutensäure, Muscaridin, Cholin zurück. Muskimol durchdringt die Blut-Hirn-Schranke und wirkt anregend bis dämpfend und psychomimetisch. Muscarin passiert die Blut-Hirn- Schranke nicht und hat deshalb keine halluzinogene Wirkung.
♦ Auch wenn dem Fliegenpilz nachgesagt wird, dass er tödlich giftig sei, so ist lt. Christian Rätsch, dem Experten für halluzinogene Pflanzen, bisher kein einziger Fall einer tödlichen Fliegenpilzvergiftung beschrieben worden. (Quelle: Rätsch, Christian, Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, AT Verlag, Aarau/ Schweiz 1998)
Inhaltsstoffe:Frischer Fliegenpilz enthält:
  • Cholin
  • Acetylcholin
  • Muscarin - wirkt als Agonist auf den muscarinischen Acetylcholinrezeptor
  • Muscaridin
  • Muscazon
  • Ibotensäure (je nach Standort 0,03 - 0,1 %) - Eine nicht-proteinogene Aminosäure, die als Agonist an glutaminergen Rezeptoren wie dem NMDA-Rezeptorwirkt. Bei der getrockneten Droge entsteht durch Decarboxylierung der Ibotensäure Muscimol, weshalb der getrocknete Fliegenpilz mehr Muscimol enthält und damit psychoaktiver ist, als der frische!
  • Muscimol, wenig - aktiviert den GABA-A-Rezeptor und hemmt motorische Funktionen
  • Bufotenin
  • Betalaine (Farbstoffe), wie z.B. Muscaflavin (gelb), Muscaaurine (orangegelb), Muscapurpurine (rotviolett)
  • Selen, Vanadium


Wir raten davon ab in der freien Wildbahn einfach Fliegenpilz zu essen. Fliegenpilze können untereinander von der Potenz bis zu 200% varieren.